Tasses Pots Céramique - Marché Été
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Tonerde: Das Know-how aus dem Pays d’Aubagne

Dass Aubagne eine so einzigartige Seele ausstrahlt, verdankt es einem Reichtum, der tief in seinem Boden verborgen liegt. Seit Jahrhunderten verarbeiten die Hände unserer Handwerker den Rohstoff Ton, um Alltagsgegenstände, aber auch berühmte Kunstschätze zu schaffen. Von dampfenden Kaffeetassen auf einer sonnigen Terrasse bis hin zu den berühmten Santons der Provence – der Ton ist fest in unserer Geschichte verankert.

Die Geschichte des Tons

Das Pays d’Aubagne et de l’Etoile verfügt über einen außergewöhnlichen Rohstoff, den die Menschen zu verarbeiten gelernt haben: Ton. Hier ist dieser Werkstoff kein Relikt der Vergangenheit, sondern eine bis heute lebendige Tradition. Seit dem 16. Jahrhundert hat diese ergiebige Erde, die im Boden der Region reichlich vorkommt, die Geschichte, die Wirtschaft und die kulturelle Identität der Region geprägt.

Ton im Wandel der Zeit

Die Antike

Alles beginnt in der geologischen Vergangenheit des Huveaune-Tals, das hier Tonvorkommen von außergewöhnlichem Reichtum abgelagert hat. So ist dieses Material seit der Antike ein fester Bestandteil der Landschaft. Archäologische Ausgrabungen haben ergeben, dass zunächst die Keltoligurer und später die Römer den lokalen Ton zur Herstellung von Alltagsgegenständen nutzten. Am heutigen Standort des Bahnhofs von Aubagne wurden sogar Dolia entdeckt. Diese riesigen Amphoren wurden zur Aufbewahrung von Lebensmitteln vergraben.

Das Mittelalter

Im Mittelalter tauchen in Aubagne Mitte des 16. Jahrhunderts die ersten Erwähnungen von Keramikmanufakturen auf. Zu dieser Zeit ermöglichte die natürliche Qualität der Tonvorkommen die Herstellung von Gebrauchsservice. In derselben Zeit zählt Bruno Catani zu den prägenden Persönlichkeiten. Er ist bekannt dafür, die erste Ziegelei in Aubagne gegründet zu haben, und führte die Keramikproduktion in großem Maßstab ein, wodurch er den Weg für Generationen von Handwerkern ebnete. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich dieses Handwerk weiter und prägte die lokale Wirtschaft.

Das 19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert stellten Töpferei und Keramik den wichtigsten Wirtschaftszweig in Aubagne dar. Nicht weniger als 110 Schornsteine ragten über die Dächer der Stadt empor – Symbole einer intensiven Produktionstätigkeit. Die Werkstätten vermehrten sich, und die lokalen Erzeugnisse wurden in die ganze Welt exportiert. Diese Tätigkeit beschränkte sich nicht nur auf Aubagne, denn auch in Saint-Zacharie spielte die Keramikindustrie vom 17. bis zum 19. Jahrhundert eine wesentliche Rolle. Noch heute zeugen die vier beeindruckenden, restaurierten Keramiköfen, die im Zentrum des Dorfes direkt am Ufer der Huveaune zu sehen sind, von dieser blühenden Tätigkeit.

Eine europaweit anerkannte Tradition

Aubagne, seit 2024 Teil der Europäischen Keramikroute

In Frankreich sind nur zwei Städte Teil der Europäischen Keramikroute: Limoges und Aubagne. Diese offizielle Anerkennung durch den Europarat würdigt jahrhundertelanges Know-how und reiht Aubagne neben Faenza in Italien oder Delft in den Niederlanden in die Riege der großen Keramikstädte des Kontinents ein.

Von historischen Keramikmanufakturen bis hin zu renommierten Marken

Im Zuge dieser neuen Industrie entstanden in Aubagne Ikonen der mediterranen Lebensart:

  • Die renommierte Poterie Ravel, ein seit 1837 bestehender Familienbetrieb, dessen internationaler Ruf unsere traditionellen Terrakotta-Vasen und -Krüge weit über unsere Grenzen hinaus bekannt macht.
  • Die „Faïencerie Louis Sicard“, die den symbolträchtigen Glücksbringer der Provence geschaffen hat: die Keramikzikade auf einem Olivenzweig. Louis Sicard, der als „Vater der Zikaden“ bezeichnet wird, war der Erste, der sie 1895 herstellte.

    Seitdem sind zahlreiche Unternehmen entstanden, die das Pays d’Aubagne zu einem symbolträchtigen Ort gemacht haben, um dieses handwerkliche Können zu entdecken. Heute sind es echte Liebhaber, die Ihnen ihre Werke anbieten: Tischkultur, Dekorationsgegenstände, Skulpturen … all diese Kreationen verbinden Geschichte und Moderne.

    Neben den Unternehmen ist in Aubagne auch die École de Céramique de Provence ansässig, die diplomierte Ausbildungsgänge in diesem Bereich anbietet. Ein Beweis dafür, dass die Stadt als renommierter Standort dieser jahrhundertealten Kunst gilt.

    Die Santons der Provence: Die Seele der Region in Terrakotta

    Bevor diese Tradition in der Provence Fuß fasste, entstand sie im 13. Jahrhundert zunächst in Italien. Die ersten Darstellungen der Geburt Christi wurden durch Franz von Assisi populär, als er 1223 die erste lebende Krippe ins Leben rief. Diese Tradition entwickelte sich weiter und verbreitete sich schließlich Ende des 18. Jahrhunderts in der Provence. Hier schuf der Marseiller Jean-Louis Lagnel 1789 die ersten provenzalischen Santons. Was zeichnet sie aus? Sie werden aus geformtem Ton hergestellt – eine Technik, die eine kostengünstige Serienproduktion ermöglicht.

    Zur gleichen Zeit, als die Französische Revolution religiöse Darstellungen an öffentlichen Orten verbot, fanden die provenzalischen Handwerker eine symbolische Lösung: Sie verkleinerten die Krippe und brachten sie in die Haushalte. Diese kleinen, handbemalten Tonfiguren, die man „Santons“ nennt – vom provenzalischen Wort „santoun“, was „kleiner Heiliger“ bedeutet –, verkörpern die Seele der provenzalischen Weihnachtsfeiern. Dank ihres erschwinglichen Preises kaufen und sammeln provenzalische Familien die Santons, die schnell ihren Platz in den Häusern der gesamten Region finden.

    Aubagne, die heutige Welthauptstadt der Santons, beherbergt seit Generationen Santon-Handwerker, sowohl selbstständige Kunsthandwerker als auch zeitgenössische Künstler. Dutzende von ihnen führen dieses einzigartige Handwerk fort, bei dem jede Figur vollständig von Hand aus Ton gefertigt und anschließend mit größter Sorgfalt bemalt wird.

    Eine der Persönlichkeiten, die die Geschichte des Santons geprägt hat, ist Thérèse Neveu, die sich bereits Ende des 19. Jahrhunderts in dieser Kunst einen Namen gemacht hat. Sie trug den Spitznamen „la belle santonnière“ und hatte die Idee, malerische Persönlichkeiten des lokalen und regionalen Lebens wie Frédéric Mistral als Santons darzustellen. Sie hauchte der Santon-Kunst nicht nur Modernität und eine neue Poesie ein, sondern ermöglichte durch das von ihr automatisierte Brennverfahren auch den Transport der Santons, wodurch die Figuren widerstandsfähiger wurden. Diese zahlreichen Kreationen sind in ihrem ehemaligen Atelier ausgestellt. Heute ist das Atelier Thérèse Neveu ein Museumsraum, der Teil der „Petit Monde de Marcel Pagnol“ ist, undder nach ihr benannteVerein bietet das ganze Jahr über Veranstaltungen an.

    Wussten Sie schon?

    Bevor die Santons aus Ton geformt wurden, wurden sie mit den Mitteln hergestellt, die den Handwerkern und Familien zur Verfügung standen: Brotkrume, roher Ton, Pappmaché. Das Material, das wir heute kennen, hat sich also nach und nach durchgesetzt.

    Schauen Sie doch mal in unseren Werkstätten vorbei!

    Die Töpferei in Aubagne gehört nicht der Vergangenheit an! Ganz im Gegenteil: Es handelt sich um ein Handwerk, das im Alltag gelebt wird. Deshalb bieten unsere talentierten und leidenschaftlichen Handwerker das ganze Jahr über zahlreiche Workshops an. Töpfer, Santon-Bastler, Krippenbauer, Keramikschmuckdesigner oder Bildhauer … sie öffnen Ihnen ihre Türen, damit Sie an ihrer Seite Ihre eigenen Kreationen herstellen können.

    Möchten Sie das Kulturerbe von Aubagne entdecken? Nehmen Sie an unseren Führungen teil und tauchen Sie ein in das handwerkliche Know-how, dasdie Identität der Stadt geprägt hat. Um das Erlebnis zu vertiefen und selbst kreativ zu werden, buchen Sie einen Kreativ-Workshop. Und aus eigener Erfahrung können wir sagen: Nichts macht uns stolzer!

    Museen rund um den Ton

    Eintauchen in das kulturelle Erbe

    Verlängern Sie Ihre Reise ins Land der Terrakotta, indem Sie die Türen unserer Museen und Ausstellungsräume in Aubagne betreten, die ganz dem Ton gewidmet sind. Entdecken Sie anhand einzigartiger Sammlungen, Inszenierungen und historischer Rückblicke faszinierende Orte, die Ihnen die bestgehüteten Geheimnisse unserer Meisterhandwerker offenbaren.

    • Die kleine Welt von Marcel Pagnol: Entdecken Sie die Geschichte des berühmtesten Schriftstellers aus Aubagne anhand von über 200 Tonfiguren, die von den besten Santon-Künstlern der Region gefertigt wurden. Tauchen Sie im selben Museum in die faszinierende Welt der von Thérèse Neveu verkörperten Santons ein.
    • Die Galerie Argilla – Haus der Santons und der Keramik: Dieser moderne, 600 m² große Raum ist ganz den Tonkünsten gewidmet. Er beherbergt eine Dauerausstellung mit Verkauf, in der Sie die schönsten Stücke lokaler Künstler bewundern (und erwerben) können, sowie Wechselausstellungen von Künstlern (Santons, Tischkultur, Schmuck, Skulpturen, Dekorationen).
    • Das Santon-Museum Maryse Di Landro: Im Herzen des Viertels Les Paluds gelegen, beherbergt dieser von der Familie Di Landro konzipierte zauberhafte Ort mehr als 400 einzigartige Santons. Aufgeteilt in mehrere thematische Bereiche nimmt es Sie mit auf eine Reise von der biblischen Weihnachtsgeschichte über historische Szenen bis hin zu den schönsten Darstellungen des provenzalischen Lebens.
    • Das Santon-Museum „Le Moulin à Huile “: Um die Ursprünge dieser lokalen Tradition, das Leben, die Handwerksberufe und die Geschichte der Provence am Ende des 19. Jahrhunderts zu verstehen, sollten Sie dieses Museum erkunden. Erleben Sie eine riesige Panorama-Krippe auf 320 m², die von über 500 Santons und Automaten zum Leben erweckt wird!
    • Das Santon-Dorf in der Provence: Dieser Ort lädt dazu ein, die Landschaften und Traditionen der Provence anhand einer beeindruckenden 230 m² großen Installation zu entdecken. Es besteht aus 19 Dörfern und mehr als 3.000 Santons und inszeniert den Alltag vergangener Zeiten mit zahlreichen Details und typischen Szenen. Ein zweiter Raum ist der Darstellung der Weihnachtskrippe gewidmet.

            Die wichtigsten Veranstaltungen rund um den Ton

            Veranstaltungen, die man nicht verpassen sollte

            Das Pays d’Aubagne et de l’Étoile feiert sein heiliges Land mit groß angelegten Veranstaltungen, die das Jahr prägen:

            • Der Keramik- und Santons-Markt, der im Sommer stattfindet. Genau wie auf dem Wintermarkt findet man hier Keramikwerke, kann sich aber auch Santons gönnen. Es ist eine Gelegenheit, die Kunsthandwerker kennenzulernen und bei Vorführungen der Herstellung dabei zu sein.
            • Die Biennale Argilla ist der größte Töpfermarkt unter freiem Himmel, der im August in ungeraden Jahren stattfindet. Zwei Tage lang stellen mehr als 200 Keramikkünstler aus ganz Frankreich und aller Welt ihr einzigartiges handwerkliches Können vor.
            • Der Santon- und Keramikmarkt, der während der Weihnachtsfeiertage stattfindet. Dieser Markt, der Aussteller aus der Region in den Vordergrund rückt, zieht zahlreiche Besucher an, die provenzalische Santons entdecken, aber auch ein Keramikwerk mit nach Hause nehmen möchten
            • Das Santon-Fest: Jedes Jahr im Dezember können Sie auch dasSanton -Fest besuchen. An diesem Wochenende kommen Santon-Künstler aus der gesamten Region, um ihre Arbeiten auszustellen und ihre Kreationen zu verkaufen. Unterhaltungsprogramm und Aktivitäten runden das Fest ab.

                  FAQ

                  Entdecken Sie außerdem

                  Ton im Pays d'Aubagne