Die Geschichte von Roquevaire beginnt lange vor der Zeit des Mittelalters. Sein Name, der von Rocca Vaira – dem grauen Felsen in der romanischen Sprache – abgeleitet ist, bezieht sich direkt auf das mineralische Relief, das das Tal beherrscht. Seit der Antike zog der Ort Menschen an, die von der Präsenz des Wassers und der strategischen Lage zwischen Küste und Hinterland verführt wurden.
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich das Dorf um denHuveaune herum, der das eigentliche Rückgrat der Gegend bildet. Der Küstenfluss versorgt Mühlen, landwirtschaftliche und handwerkliche Tätigkeiten und trägt aktiv zum wirtschaftlichen Aufschwung des Ortes bei. Roquevaire entwickelte sich nach und nach zu einem wohlhabenden Dorf, das um seinen alten Ortskern herum organisiert war, der heute noch sichtbar ist. Das Altdorf, wie man es kennt, bietet einen Blick auf die Überreste seiner mittelalterlichen Burg (12. Jahrhundert), die das Tal des Huveaune dominiert.
Der alte Ortskern und das Kulturerbe, die lebendigen Erinnerungen des Dorfes.
Ein Spaziergang durch die Altstadt von Roquevaire bedeutet, in der Zeit zurückzureisen. Die engen, gewundenen Gassen, die von alten Häusern gesäumt werden, führen natürlich zum Tour de l’Horloge, einem alten mittelalterlichen Glockenturm, der das Dorf überragt. Dieses symbolträchtige Bauwerk erinnert an die alte Organisation der Stadt und bietet einen bemerkenswerten Ausblick auf das Tal.
Nur wenige Schritte entfernt imponiert dieKirche Saint-Vincent mit ihrer Silhouette. Sie wurde im 18. Jahrhundert erbaut und ist eines der Juwelen des lokalen Kulturerbes. Ihr Inneres beherbergt einen seltenen Schatz: eine monumentale Orgel, die für ihre außergewöhnliche Qualität bekannt und eng mit der Figur des berühmten Organisten Pierre Cochereau verbunden ist. Er war von 1955 bis 1984 Titularorganist von Notre Dame in Paris und besaß eine Orgel mit 70 Registern auf fünf Manualen. Heute gehört eine der Klaviaturen der Stadt und enthält zum Teil die 5000 Pfeifen der Register der Kirche von Roquevaire. Die Orgel ist als eines der besten Instrumente der Welt bekannt und zieht Musiker und Musikliebhaber bei Konzerten und Festivals an.
Nicht weit vom Fluss Huveaune entfernt befindet sich das Musée René Verrier, ein geschichtsträchtiger Ort. Früher diente es zwischen 1750 und 1850 als Etappengefängnis, heute stellt es Gegenstände und Werkzeuge des täglichen Lebens aus, die im Laufe der Jahre gesammelt wurden. Außerdem sind hier ein gallorömischer Sarkophag und eine Statue ausgestellt. Ebenfalls am Flussufer befinden sich die Waschhäuser Ste Anne: Bevor es Trinkwasser in den Häusern gab, spielten die Waschhäuser eine wichtige Rolle, insbesondere um die Hygiene der Bevölkerung zu verbessern. Nach ihrer Sanierung erzählen sie nun die Geschichte des 19.