Eingebettet im Herzen der Provence, zwischen den Tälern des Merlançon und der Pégoulière, liegt La Destrousse, ein Dorf, dessen Geschichte sich eng mit der der umliegenden Landschaften verwoben hat. Seine reiche und manchmal geheimnisvolle Vergangenheit trägt auch heute noch zu seinem authentischen Charme bei.
Ein von den Jahrhunderten geprägtes Dorf
Seit der Römerzeit nimmt La Destrousse eine strategische Position in der Provence ein. Ein Weg, der Saint-Jean-de-Garguier mit Peynier verband, führte damals durch das Gebiet und überquerte den Merlançon an einem Ort, der lange Zeit Pas de Trets genannt wurde.
Im Laufe der Jahrhunderte strukturierte sich das Gebiet allmählich. So wird 1040 im Cartulaire (Sammlung der Besitzurkunden einer Kirche) von Saint-Victor die Existenz des Schlosses Solobie erwähnt. Diese Existenz wird 1065 und 1177 in derselben Sammlung erneut bestätigt. Einige Jahrzehnte später, um 1150, wurde das Schloss von Peypinerrichtet. Zu dieser Zeit unterstand La Destrousse direkt dem Herrn von Peypin. Die Geschichte geht mit einem weiteren wichtigen Meilenstein weiter: 1363 wird an der Stelle der heutigen Kirche eine Kapelle errichtet, die auf Saint-Pierre-ès-Liens gesetzt wird.
Ein Wendepunkt trat dann 1592 mit der Zerstörung des Schlosses von Peypin ein. Daraufhin zogen die Herrscher nach La Destrousse. Der Ort nimmt nun einen wichtigeren Platz in der Organisation des lokalen Lebens ein.
Ein Gebiet, das sich entwickelt
Ab dem 18. Jahrhundert begünstigte die Nähe des Merlançon die Ansiedlung vonIndustriebetrieben mit der Einrichtung einer Manufaktur für indische Baumwollstoffe, einer Glasfabrik und später einer Ziegelei. Die von diesem Fluss gedüngten Böden wurden zu einem sehr produktiven Gemüseanbaugebiet. Diese industriellen und landwirtschaftlichen Aktivitäten brachten Wohlstand und die Destrousser forderten daraufhin ihre Emanzipation.
So markiert ein Dekret von Napoleon III. am 22. April 1870 einen entscheidenden Schritt: La Destrousse wird offiziell eine eigenständige Stadt. Im Zuge dieser Kontinuität wurde 1872 die heutige Kirche an der Stelle der alten Kapelle errichtet. Sie wird zu einem strukturierenden Element des Dorfes, das im Zentrum des provenzalischen Lebens steht.
Die Entwicklung setzte sich zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts fort. Im Jahr 1918 wurde erneut eine Ziegelei auf dem Gebiet nachgewiesen, die die lokalen Aktivitäten ergänzte. Vor 1914 war das Alltagsleben der Einwohner auch vomBergbau geprägt. Ein Großteil der Bevölkerung arbeitete damals in den Minen von Valdonne. Für die Landwirte bedeutete diese Tätigkeit oftmals ein zusätzliches Einkommen während des Winters.