Schon bei den ersten Schritten in der Domaine de la Font de Mai spüre ich, dass diese Wanderung nicht ganz wie jede andere sein wird. Hier scheint jeder Stein, jeder Pfad eine Geschichte zu erzählen. Unser Führer lädt uns ein, „in die Fußstapfen von Marcel“ zu treten, diesem Kind aus Aubagne, das zu einem Filmgiganten wurde. Unter dem Morgennebel erwachen die Hügel sanft – und mit ihnen die Erinnerungen an eine ewige Provence.
La Font de Mai… „Font“ für „Quelle„, „Mai“ für „Überfluss“ auf Provenzalisch. Ein Name, der bereits wie ein Versprechen klingt. Einst ein landwirtschaftliches Gut bis zum Ende des Ersten Weltkriegs, wurde der Ort danach vernachlässigt, bevor er heute als Eingangstor zu den Hügeln von Pagnol wiederauferstanden ist.
Weiter oben machen wir Halt an einem alten Dreschplatz – einer provenzalischen Calade aus dieser Zeit, die einst dazu diente, das Korn vom Stroh zu trennen. Unser Führer erzählt uns von der Familie des Schriftstellers: Joseph, seinem Vater, der als Lehrer an der Lakanal-Schule in Aubagne und später im Kartäuserkloster in Marseille tätig war, und seiner Mutter Augustine, deren schwache Gesundheit sie dazu veranlasste, die „reine Luft“ der Hügel zu suchen. Dort, in La Bastide Neuve, entstand die zarte und schelmische Welt von La Gloire de mon père und Le Château de ma mère.



























