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Führung "Les Maîtres de l'Argile" in Aubagne

Zwischen Kulturerbe, Know-how und Leidenschaft enthüllt Aubagne einen ganzen Teil seiner Identität durch die Erde und das Feuer. Als ich an der Führung „Les Maîtres de l’Argile“ (Die Meister der Tonerde) teilnahm, entdeckte ich eine Welt, die seit Jahrhunderten von Menschenhand geformt wird: die Welt der Töpfer und Fayencehersteller, die den Ruhm der Stadt begründet haben. Ein fesselndes Eintauchen in die Geschichte einer lebendigen Kunst, entlang der bunten Gassen und symbolträchtigen Werkstätten.

Veröffentlicht am 24 Oktober 2025
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Jade
  • Mon coup de cœur touristique

    Les sentiers aériens du Garlaban, avec une vue sur tout le territoire et la baie de Marseille.

Auf Entdeckungsreise durch das Keramik-Know-how von Aubagne

Schon die ersten Augenblicke im Office de Tourisme du Pays d’Aubagne geben den Ton an. Wir werden von unserem Reiseführer begrüßt und schauen nach oben: Hübsche Keramiken zieren die Wände des Stadtzentrums. Eine diskrete Anspielung auf das, was das Herz der Stadt seit Jahrhunderten schlagen lässt: Erde, Lehm und das Talent der Handwerker.

In Frankreich gibt es nur zwei Städte, die auf der Europäischen Keramikstraße verzeichnet sind: Limoges… und Aubagne! Hier geht die Arbeit mit Ton über zweitausend Jahre zurück. Die Kelto-Ligurer und später die Römer machten daraus eine Kunst und ein alltägliches Werkzeug – bei Ausgrabungen wurde übrigens ein riesiges Dolium auf dem Vorplatz des Bahnhofs von Aubagne gefunden, diese riesigen Amphoren, die zur Aufbewahrung von Lebensmitteln vergraben wurden. Später, im 15. Jahrhundert, führte ein gewisser Bruno Catani die Keramikherstellung in Aubagne ein und ebnete damit den Weg für Generationen von Handwerkern.

Von der Tradition zur Kreation

Ravel und Sicard, zwei emblematische Häuser

Unser erster Halt ist die Töpferei Ravel, ein Familienunternehmen, das weit über die Provence hinaus strahlt. In den Höfen und zwischen den Mauern der Manufaktur werde ich von den Formen, Farben und Texturen geblendet. Die glasierten Töpfe glänzen in der Sonne und ich erfahre, dass die dünne Glasur früher dazu diente, Nagetiere daran zu hindern, die Behälter zu erklimmen, in einer Zeit, in der Töpferwaren vor allem Gebrauchsgegenstände waren. Heute arbeitet das Haus mit großen Designern zusammen und sogar die dänische Krone hat eine Bestellung aufgegeben – nur so viel!

Dann steigen wir in den Bus in Richtung der Fayencerie Sicard. Hier kommt eine andere Facette der Keramik zum Ausdruck, eine dekorativere, poetischere. Man erzählt uns von der Entstehung der berühmten Zikade im Jahr 1895: Ursprünglich war es ein einfacher Briefbeschwerer, den eine Manufaktur in Berre l’étang als Geschenk für ihre Kunden bestellt hatte. Der ursprüngliche Wunsch: ein Objekt, das die Provence repräsentiert. Die Zikade erschien dann als naheliegend, da sie die Ankunft der schönen Tage repräsentierte. Seitdem hängt die Sicard-Zikade an unseren Wänden, als singendes Symbol für den Sommer und das provenzalische Know-how.

Wussten Sie schon?

Jahrhundert arbeitete bereits ein Viertel der Arbeiter in Aubagne in den Keramikfabriken. Im 20. Jahrhundert waren es vier von fünf! Dann, nach und nach, brachten die Weltkriege und die Einführung von Kunststoffen den Niedergang dieses althergebrachten Know-hows mit sich. Heute gibt es nur noch eine Handvoll Schornsteine, Überbleibsel aus der Zeit, als die Erde von Aubagne Tag und Nacht rauchte. Glücklicherweise halten die Handwerker von heute die Flamme am Leben – und die Tour „Les Maîtres de l’Argile“ ist eine schöne Hommage an diese lebendige Erinnerung.

In den Fußstapfen der Töpfer von Aubagne

Die Tour wird zu Fuß in einem der historischen Töpferviertel fortgesetzt. Die engen Gassen, die bunten Fassaden und die Katzen, die im Schatten dösen, verleihen dem Ganzen einen unbestreitbaren Charme. Es heißt, dass man hier im Sommer den Geruch der Feigenbäume in vollen Zügen genießen kann: Ich muss wiederkommen! Als wir um eine Ecke biegen, bietet sich uns ein herrlicher Blick auf den Uhrenturm und den Kirchturm, der uns ein kollektives „Wow“ entlockt.
Ich erfahre, dass früher die Schornsteine der Fabriken freitags nicht in Betrieb waren, um Platz für den Waschtag zu machen. Einfache Details, die aber von einer ganzen Lebensweise erzählen.

Der Spaziergang endet in der Galerie Argilla, die ein wahres Schmuckkästchen für lokales Know-how ist. Zwischen zeitgenössischen Stücken, Dekorationsgegenständen und zarten Santons fällt es schwer, nicht zu schwärmen. Schließlich gab ich der Versuchung nach: Eine kleine Zikade aus Steingut thront nun auf meinem Schreibtisch und ist eine greifbare Erinnerung an diesen Nachmittag zwischen Geschichte und Handwerk.

Praktische Informationen

Gut zu wissen

  • Dauer: ca. 2:15 bis 2:30 Stunden
  • Start: Office de Tourisme du Pays d’Aubagne et de l’Étoile (Fremdenverkehrsamt des Pays d’Aubagne et de l’Étoile).
  • Geführte Besichtigung: nur mit Reservierung.
  • Tipp: Bequeme Schuhe empfohlen (es gibt einen kleinen Fußmarsch)

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